Schulsozialarbeit in der Börde: Wir fragen nach, bevor es zu spät ist
Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter sind für viele Kinder und Jugendliche in der Börde die erste Anlaufstelle, wenn es schwierig wird – bei Konflikten, bei Sorgen zu Hause, bei Mobbing oder beim Übergang von der Schule in den Beruf. Sie entlasten Lehrkräfte, fangen Krisen früh ab und halten oft den Kontakt zu Familien, den sonst niemand mehr hält. Kurz: Sie leisten eine Arbeit, die unsere Schulen ohne sie nicht auffangen könnten.
Genau diese Arbeit ist derzeit mit Sorge verbunden. Aus dem Kollegium und von den Fachkräften selbst erreichen uns konkrete Rückmeldungen: Viele fürchten um die Zukunft ihrer Stellen. Ein großer Teil der Verträge ist bis zum Schuljahr 2027/28 abgesichert – was danach kommt, ist offen. Und die Förderung hängt an Landes- und EU-Mitteln (ESF+), deren künftige Ausgestaltung nach der Landtagswahl unsicher ist.
Was wir getan haben:
Unsere Kreistagsfraktion Grün & Unabhängig, genauer unsere Vorständin Bea Franke, hat deshalb am 29. September 2026 eine förmliche Anfrage an den Landrat gestellt. Wir wollen Klarheit – und zwar bevor Stellen wegbrechen, nicht danach.
Konkret haben wir um Auskunft zu fünf Punkten gebeten:
- Wie viele Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter derzeit im Landkreis tätig sind – aufgeschlüsselt nach Schulen und Schulformen.
- Wie die Stellen finanziert werden – nach Mitteln des Landkreises, des Landes, des ESF+ und sonstigen Quellen.
- Wie lange die jeweiligen Förderungen und Verträge laufen – und welche Stellen über das Schuljahr 2027/28 hinaus gesichert sind.
- Welche Auswirkungen der Landkreis erwartet, falls die Landesförderung reduziert wird – und welche Kosten auf den Kreis zukämen, wenn er wegfallende Landesmittel ersetzen wollte.
- Welche Maßnahmen der Landkreis plant, um die Schulsozialarbeit auch über 2027/28 hinaus verlässlich abzusichern.
Warum eine Anfrage – und was sie bewirkt
Ganz ehrlich und ohne falsche Versprechen: Eine Anfrage verpflichtet die Verwaltung zunächst nur zu einer Stellungnahme. Es entsteht daraus noch keine Handlungspflicht. Aber sie ist der notwendige erste Schritt. Denn nur wenn Zahlen, Finanzierungsquellen und Laufzeiten schwarz auf weiß auf dem Tisch liegen, können wir im Kreistag fundiert weiterarbeiten – und bei Bedarf konkrete Anträge einbringen, um gefährdete Stellen zu sichern. Wir schaffen uns damit die Faktengrundlage, die man braucht, um im entscheidenden Moment nicht nur zu fordern, sondern belegen zu können, worum es geht.
Wie es weitergeht
Sobald die Antworten des Landkreises vorliegen, werden wir sie auswerten und an dieser Stelle darüber berichten. Für uns ist klar: Schulsozialarbeit ist keine freiwillige Zusatzleistung, auf die man im Zweifel verzichten kann. Sie ist ein Fundament dafür, dass Kinder in der Börde gut aufwachsen – und das ist es wert, verteidigt zu werden.