Tierheime brauchen verlässliches Geld – nicht nur gute Worte

Zwei Hunde im Zwinger
sasha-sashina-YCsh4ltV9Ec-unsplash.jpg

Tierheime nehmen Fundtiere auf, weil es ihre Pflicht ist. Bezahlt werden sie dafür nur zum Teil. Wir wollen das ändern.

Wenn im Landkreis Börde eine Katze ausgesetzt wird, ein Hund entläuft oder ein Halter stirbt, ohne dass jemand das Tier übernimmt, endet die Geschichte fast immer am selben Ort: im Tierheim. Der Tierschutzverein Haldensleben und Umgebung e. V. betreibt in Satuelle ein Tierheim, das Hunde, Katzen, Kaninchen, Vögel und Kleintiere aus einem großen Teil des Landkreises aufnimmt – von Calvörde über Etingen und Kathendorf bis nach Colbitz.

Die Aufnahme von Fundtieren ist eine öffentliche Aufgabe. Sie wird aber in weiten Teilen von Ehrenamtlichen, Mitgliedsbeiträgen und Spenden getragen. Baumaßnahmen, Tierarztkosten und Futter hängen davon ab, ob genug Menschen genug übrig haben. Das ist keine solide Grundlage für eine Aufgabe, die der Staat delegiert hat.

Was wir wollen

In unserem Wahlprogramm für die Landtagswahl 2026 steht dazu ein klarer Satz: Wir setzen uns für eine verlässliche Finanzierung von Tierheimen durch das Land ein und fordern die Einrichtung eines Tierschutzfonds – weil die derzeitige Förderung häufig unzureichend ist. Tierheime leisten unverzichtbare Arbeit zum Schutz von Tieren und zur Unterstützung von Gemeinden. Ein gesicherter Fonds verbessert die Versorgung der Tiere und stärkt die ehrenamtlichen Strukturen, die diese Arbeit tragen.

Dazu gehören zwei weitere Punkte, die im ländlichen Raum besonders zählen.

Katzenschutz

Freilaufende, unkastrierte Katzen vermehren sich unkontrolliert – und die Nachkommen landen krank und geschwächt wieder im Tierheim. Wir wollen, dass das Land den Kommunen und Landkreisen Information und Beratung bereitstellt, damit Katzenschutzverordnungen mit Kastrationspflicht für Freigängerkatzen leichter erlassen werden können. Kreisweite Regelungen sind dabei vorrangig anzustreben, und das Landesgesetz soll entsprechend angepasst werden.

Verantwortung beim Kauf

Wir wollen den illegalen Welpenhandel eindämmen, indem Herkunft, Gesundheit und Registrierung von Hunden konsequent kontrolliert und nachvollziehbar gemacht werden. Und wir setzen uns für einen verpflichtenden Hundeführerschein nach dem Vorbild Niedersachsens ein – für mehr Sicherheit und mehr Verantwortungsbewusstsein bei den Halter:innen.

Warum das hierher gehört

Tierschutz ist in der Börde kein Nischenthema. Er wird jeden Tag von Menschen gemacht, die früh aufstehen, Zwinger reinigen und ihr eigenes Geld mitbringen. Diese Menschen verdienen mehr als Dankesreden zum Vereinsjubiläum. Sie verdienen einen Haushaltstitel.